Sebastian Haffner hatte schon mit dem Vorurteil gerechnet: Preußen = Militarismus!


Und so schrieb er (in: "Preußen ohne Legende") mit großer Vorsicht über Preußens demokratische Sendung.

Dazu eine Quelle:

Das Erbe Preußens und die deutsche Zukunft (Festvortrag von Prof. Dr. Klaus Hornung)
in:
300 Jahre preußische Königskrönung von 1701

http://www.ostdeutsches-forum.net/Div/LO/PDF/300-Jahre-Preussen-Festakt-Berlin.pdf

{Siehe hier die Seiten 13 und 17f.}

Wo immer Zeitgeschichtler beim Sensationsjournalismus gelernt haben, geht der Blick beim Betrachten der Weimarer Republik auf die Reichsebene: Schönes Durcheinander, darüber schreibt es sich gut! Übersehen wird, daß die Weimarer Koalition, die auf Reichsebene die Mehrheit rasch verloren hatte, in Preußen (also auf der Landesebene) ruhig und erfolgreich Reformpolitik betrieb - So erfolgreich, daß Reichskanzler Franz von Papen im "Preußenschlag" die Landesregierung absetzte;

http://de.wikipedia.org/wiki/Preußenschlag

(Dies erschien Kanzler von Papen unerlässlich für ein Wiedererrichten eines diktatorischen Regimes wie es die Oberkommandierenden Hindenburg und Ludendorff in der zweiten Hälfte des Ersten Weltkrieges ausgeübt hatten. Er beendete Preußens demokratische Sendung, und Hitler setzte nach seiner Machtergreifung Göring als Reichskommissar für Preußen ein.)

Rechtsgedanke, Preußen, Völkerrecht (und schliesslich Aktion auch gegen den Willen der eigenen Regierung) - da liegt die Verbindung zu Moltke nahe. Jedoch nicht zu Helmuth Karl Bernhard von Moltke, nach dem in Deutschland noch Straßen, Plätze und Kneipen benannt sind, sondern seinem Urgroßneffen Helmuth James;

http://de.wikipedia.org/wiki/Helmuth_James_Graf_von_Moltke

http://www.kreisau.de/index.php?id=h_moltke

http://www.ostdeutsche-biographie.de/molthe95.htm

http://www.kreisau.de/index.php?id=348

Zum Kriegsdienst in den Geheimdienst Hitlers einberufen, baute er eine Widerstandsgruppe gegen Hitler auf, sozusagen: Nun erst recht!
Seine Briefe sind schon erhellend, siehe

http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=10675&ausgabe=200705 ;

Begeistert haben mich seine "Letzten Briefe", siehe auch

http://www.ojc.de/salzkorn/nachruf-freya-von-moltke-sk1-2010.html

Ich möchte aber doch eindringlich zum Erwerb ebendieses Buches raten:

http://www.diogenes.ch/leser/katalog/a-z/l/9783257060843/buch

Schon Freya von Moltke hat Ihren Mann Helmuth James nicht völlig verstanden; Behauptete sie ja, Moltke hätte nicht abseits gestanden, wäre er noch in Freiheit gewesen als Freunde zur Vorbereitung des Attentats gegen Hitler schritten. Moltke aber zeigt sich in seinen Letzten Briefen dankbar, das er da schon herausgenommen war aus diesem "Goerdeler-Mist". (Hätte er geahnt, daß Sebastian Koch und Tom Cruise eines Tages darum wetteifern würden, wer von ihnen den besseren Stauffenberg-Darsteller abgebe - Moltke hätte wohl von "Stauffenberg-Mist" geschrieben. Den letzten Briefen fehlt leider der Hinweis, daß es dieser Goerdeler war, der von Stauffenberg ausersehen war, an die Stelle Hitlers zu treten; Ohne jegliche Ausarbeitung einer Verfassungsordnung, der Moltke sich ja gewidmet hatte. Ohne diese Ordnung hätte ein Rückfall Deutschlands in die Zustände unter Ludendorff, Brüning, Papen und Schleicher gedroht; "Goerdeler-Mist" eben - mehr dazu bei Sebastian Haffner: "Von Bismarck zu Hitler"; http://www.dieterwunderlich.de/Haffner_Bismarck_Hitler.htm - oder eben blankes Chaos und Entsetzen!)

Nach einem tödlich gelungenen Attentat auf Hitler hätten alle Nazis sagen können: "Wir waren ja auf dem rechten Weg, nur ist uns leider der Führer im entscheidenden Moment heimtückisch ermordet worden." Wie bitte hätte man eine Nazibewegung, die mit solch einer Legende ausgerüstet wäre, je überwinden sollen?! Moltke strebte lieber nach einer Verfassunggebenden Versammlung als nach einen Mordanschlag. Er, Bonhoeffer, Yorck und ihre Verbündeten leisteten notwendige Vorarbeit zur Verfassung des Grundgesetzes. 

Helmuth James von Moltke    Moltke vor dem Volksgerichtshof (1945)


Jedenfalls hat Moltke eine eigene Interpretation folgenden Prinzips vorgelebt: Anständig umkommen. (Siehe Kapitel "Wahnsinnsidee!") Nachzulesen: Letzte Briefe von Helmuth James von Moltke; http://www.weltbild.de/3/14474775-1/buch/letzte-briefe.html#produktbeschreibung.

Das hat mich wiederum an Katzanzakis "Letzte Versuchung Christi" erinnert: http://de.wikipedia.org/wiki/Die_letzte_Versuchung_Christi.

Siehe auch: "Gott und die Welt"

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Zu den Querelen zwischen Preußen und Bayern sei hier noch der Versuch Josephs II. von Österreich erwähnt, Bayern zu erobern (und damit ganz Süddeutschland zu beherrschen). Friedrich der Große mobilisierte seine Truppen gegen den Aufmarsch Josephs II., der seinen Plan daraufhin blitzartig wieder fallen ließ. Da haben wir einmal eines der seltenen Beispiele für gelungene Militärische Abschreckung (der allerdings die Erinnerung an die Schrecken zweier Schlesischer und eines Siebenjährigen Krieges aufhelfen musste, um die volle abschreckende Wirksamkeit auch entfalten zu können)!

Damals wurde in Bayern ein Lied geboren (ich kannte es nicht, ich fand es bei Fernau und der las es bei Reiners), das ging so:


"Der Vater wird es seinem Sohn

und der dem Enkel sagen

wie gut es war in Bayernland

zu König Friedrichs Tagen.

Sie werden noch in Dankbarkeit

sein Angedenken feiern,

denn keiner war zu Guttenberg

und doch so Gut den Bayern."


Dankbarkeit?

Na, ja, ist ja auch schon lange her, die Sache mit den Saupreißen.


Hoppla, es heißt im Original ja doch "von Wittelsbach" und nicht "zu Guttenberg"; Wie ist mir das denn nun wieder unterlaufen?

(Der Unterschied zwischen mir und einer Energiesparlampe liegt ja darin, daß man in meiner Nähe relativ gefahrlos einatmen kann, sollte ich mal die Fassung verlieren; Bei Energiesparlampen könnte da deutlich mehr Vorsicht geboten sein.)

Wie von den sprichwörtlichen Gut Unterrichteten Kreisen verlautet, arbeitet zu Guttenberg ja gerade am Verfassen eines Klassikers:

"DE BELLO AFGHANO-GERMANICO". Der soll beginnen mit "Bavaria est omnes divisa in partes tres, quorum unum incolunt francones."

Derlei könnte einen schon leicht über die Maßen beeindrucken, wie so manches bei zu Guttenberg(s). Reine Verführung also auch dies...

Vor die Wahl gestellt (also wenn ich mich denn entscheiden müsste) an wen ich mich halten würde, zöge ich dem Baron den Grafen vor, selbst auf die Gefahr hin, daß meine Wahl manchem reichlich unheilig erscheine. 

Aber das wird mal wieder von nicht Jedem/Jeder auch recht verstanden - So auch wird das Folgende manchmal oft allzu wörtlich genommen:

http://www.justsomelyrics.com/740657/JBO-JBO---Saufen-Saufen-Saufen-Lyrics

Es kann zu Missverständnissen führen, nicht ausdrücklich das Etikett "Satire!" drangeklebt zu haben. Schlimm, wenn Einige sich durch diese Unterlassung zu Fehlverhalten ermuntert meinen, das doch satirisch gerade gebrandmarkt werden sollte... 

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"Keine Kohle, kein Eisen 

kann glühen so heiss

wie die heimliche Liebe

zwischen Bayer und Preiss'."

(gefunden am 6. Mai 2011 am Haus Susanne in Aschau-Bach, Chiemgau)