Hier einige Vorschläge.


Wer meint, daß Korsarentum Seeheldentum brauche, den möchte ich vielmehr auf die Aktion von Jacques Pâris de Bollardière 1973 hinweisen.


GENERAL DE BOLLARDIERE :     

Einen Einblick erhält man unter

http://www.abolishwar.org.uk/speeches/peace_history_conference_2008_3.pdf

auf den Seiten 11 und 12.

(Als Seeheldentum könnte bereits seine Einsatz in der Nordsee angesehen werden: Es gelang ihm 1940 die Wehrmacht aus dem norwegischen Narvik wieder hinauszuwerfen, leider nur vorübergehend. Meine Grossväter - Wehrmachtssoldaten - hätten eine Begegnung mit ihm schwerlich überlebt, kamen ja aber nicht in die Verlegenheit. Dennoch habe ich Bollardière als Dritten Großvater adoptiert, Moltke als Vierten. Wenn Bollardiére als Résistant und Maquisard angesehen werden kann - Warum nicht auch als Moderner Korsar?!)

Seine folgende Aktion gegen eine Militarisierung des Larzac ist erwähnt bei

http://en.wikipedia.org/wiki/Larzac

Zum Gedenken findet sich Aktuelleres unter

http://www.labournet.de/internationales/fr/larzac.html


Die historischen Umstände finden sich hier:

http://www.buchfreund.de/Zu-kaempfen-allein-schon-ist-richtig-Larzac-Burmeister-Heidi-Tonnaett-Volker-3882030631,47582174-buch


Zuvor schon hatte Bollardière als General im Algerienkrieg aufgedeckt, daß General Massu dort foltern liess.
Das brachte ihm 60 Tage Festungshaft ein - Aber nicht dem Massu, sondern Bollardière!

http://www.ina.fr/art-et-culture/cinema/video/1743423002017/torture-en-algerie-jacques-de-bollardiere.fr.html

http://www.non-violence-mp.org/la nonviolence_fichiers/histbollardiere.htm

{Auch hier gilt: Wer dasfrançaislieber meidet, sucht mit www.google.de "Torture en Algérie : Jacques de Bollardière" und benutzt [Diese Seite übersetzen] }.

http://perspektive-sued.net/ausgabenr4/nr4oberdorfer.htm

Ein Zitat Bollardières findet sich hier im Text zwischen den Fussnoten 18 und 19. 
Im Zweiten Weltkrieg hätte er meine Großväter, so er sie erwischt hätte, vielleicht getötet, denn sie waren ja Wehrmachtssoldaten;
Sie waren aber bei den Einsätzen von Bollardière beispielsweise in Narvik, Ardennen und Holland nicht seine Gegenüber.
Ich suche nun die Arbeit Bollardières fortzusetzen (und kritisiere die Hitler-Faszination meiner Opas).

Dann gibt es noch Rätsel um Steuben.

Ein Seemann war er nicht, aber das Verhalten von Benjamin Franklin nährt einen Verdacht.
Friedrich Wilhelm von Steuben unterstütze George Washington als Offizier im Unabhängigkeitskrieg.

File:Baron Steuben by Peale, 1780.jpg

Auf den Friedensvertrag folgen Verhandlungen der USA mit Preußen, die zum Abschluß eines Freundschafts- und Handelsvertrages führen. Dieser beinhaltet, daß in einem laufenden Krieg Abgesandte der Kriegsparteien das Recht haben, sich auf der gegnerischen Seite davon zu überzeugen, daß dort die Menschenrechte der Kriegsgefangenen gewahrt bleiben - Im laufenden Krieg, wohlgemerkt!

http://ostpreussenforum.de/Div/LO/PDF/300-Jahre-Preussen-Festakt-Berlin.pdf

(Seite 13)

Den Hinweis auf diesen Vertrag verdanke ich Wolfgang Venohr, er erinnerte daran in einer Schrift der Bundeswehr.

Die Vermutung liegt nahe, daß Steuben im Geheimauftrag König Friedrichs des Großen in die USA zog (und Franklin sich durch Abschliessen dieses Vertrages beim König erkenntlich zeigte.) Falls im Auftrag des Königs - Dann im Geheimen; Eine rein mündliche Weisung würde sich natürlich nie nachweisen lassen. Daher müsste man einen "Informellen Kaperbrief" Friedrichs des Großen an Steuben schlicht unterstellen, um Steuben unter die Korsaren-zu-Lande einreihen zu können. (http://de.wikipedia.org/wiki/Kaperbrief) Immerhin kämpfte er gegen ein Unrechtsregime, und ich unterstelle, daß er den Weg zu diesem Vertrag öffnen half, welcher zum Meilenstein in der Geschichte des Völkerrechts wurde.


In den Dienst für Freiheit und Recht der USA trat zeitweilig auch einer, der hingegen als Korsar anerkannt ist: Jean Laffite.

http://de.wikipedia.org/wiki/Jean_Laffite_(Pirat)

Mediengeschichtlich interessant: Yul Brynner verkörperte Laffite im Film "The Buccaneer" von 1958. Dieser ist mit Brynners Leistungen in den Western "Die glorreichen Sieben (The Magnificent Seven)" 1960 und "Adios, Sabata" 1970/71 durch ein wiederkehrendes Motiv verbunden; Ein vermeintlich Gesetzloser tritt hier gegen das Unrecht auf und übt dabei durchaus Polizeifunktion oder doch Ordnungsfunktion aus, sozusagen abstrakt vom Prinzip der Gerechtigkeit berufen.

(Kann ein Rechtsgedanke einen Kaperbrief ausstellen?! Merkwürdig. Denkwürdig.)


Ebenfalls mediengeschichtlich wirkungsvoll ist die Verkörperung des Robert Surcouf durch Gérard Barray. "Unter der Flagge des Tigers (Surcouf, le tigre des sept mers)" 1966 und "Donner über dem Indischen Ozean (Tonnerre sur l’ocean indien)" 1966. Den historischen Tatsachen wird man zwar eher gerecht, wenn man hier nachliest:

http://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Surcouf ;

Die Film-Legende hält aber einen schönen Aspekt im Gedächtnis. Um einem überlegenen Gegner zu entkommen, lässt Surcouf die Kanonen seines Schiffes über Bord werfen. (Gewaltfreiheit war dabei leider nicht seine Absicht.)

Razmig Keucheyan verdanke ich den Hinweis aus solidarites.ch:

"Daniel Defoes General History of the Pirates (1724—1728) berichtet, dass die Wahl der Kapitäne durch die Mannschaften, die gerechte Aufteilung der Beute, die Befreiung von Sklaven und die Brüderlichkeit unter all denen, deren Geschick sich unter dem Jolly Roger, der Piratenflagge, vollzog, gang und gäbe waren."

(Ich ergänze dazu aber den Kritikpunkt, daß im Piratengeschäft die Beute unter Todesandrohung gemacht wurde und es oftmals nicht nur bei der Drohung blieb. In Modernem Korsarentum muß die Gewaltfreiheit Ersten Rang einnehmen.)

Dennoch ist eine Abgrenzung von Beutepiraterie notwendig. Fans von Piraterie fehlt oft die Präzisierung, was für eine Art Piraterie sie denn bevorzugen. (Da ist bei manchen durchaus ein Bewußtsein vorhanden, daß räuberische Piratenattacken wie am Horn von Afrika ja auch von sowohl historischer wie aktueller Ausbeutung  teilweise kolonialen Ursprungs befördert wurden und werden. So weit, so gut. Aber auch eine nachdrücklich provozierte Missetat bleibt eine Missetat, selbst dort wo aus unzweifelhaft erfolgter Ausplünderung heimischer Fischgründe eine Legitimation für eigenes Plündern an Handelsschiffen hergeleitet werden soll.) Auffallend hierzulande sind Fahnen, bei denen dem weissen Totenkopf auf schwarzem Grund ein Kopftuch in Rot aufgesetzt wurde. Bedenklich. Denn damit entfernt man sich (gewollt oder ungewollt) von der Farbkombination Schwarz-Weiss der Preußen und Piraten und begibt sich gefährlich in die Nähe der Kombination Schwarz-Weiss-Rot; Die aber steht, was die sich durchgesetzt habende und vorherrschende Symbolkraft anbelangt, für das Projekt "Triumph des Germanischen Geistes auf Erden" (http://rainer.mader.free.fr/material/krundwr/Kaiserreich/Kaiserreich-Sedantag-Sebastian Haffner.pdf) einschliesslich mancher beschönigend-verharmlosenden Formulierung wie durch den Reichskanzler Kaiser Wilhelms II: Wir Deutschen "wollen niemand in den Schatten stellen, aber wir verlangen auch unseren Platz an der Sonne" (http://de.wikisource.org/wiki/Deutschlands_Platz_an_der_Sonne) und einschliesslich der Folgeprojekte von der Eroberung von "Lebensraum im Osten" (http://de.wikipedia.org/wiki/Lebensraum_im_Osten) bis zu der "Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa" (http://de.wikipedia.org/wiki/Endlösung_der_Judenfrage). Modernes Korsarentum basiert auf der Prinzipiellen Gegnerschaft zu derlei Projekten; Piraterie-Fans, die ihre Abgrenzung zu Schwarz-Weiss-Rot vernachlässigen, taugen dazu also nicht.

In Rußland tauchten kürzlich Fahnen in Schwarz-Weiss-Rot auf, bei denen lediglich das Hakenkreuz (im weissen Feld auf feuerrotem Grunde) durch Hammer und Sichel ausgetauscht wurde! Hat man sich einmal für Extremismus in Zielsetzung und/oder Wahl der Mittel entschieden, scheinen die Extremismen an sich gelegentlich auch untereinander austauschbar. (Horst Mahler liebt Extremismen, ob RAF oder NSU - Das scheint je nach politischer Großvetterlage für ihn rasch und beliebig austauschbar zu sein.) Dazu passt die Wahrnehmung, wie sehr die Aktionen der Rote Armee Fraktion denen der Organisation Conrad in den Zwanziger Jahren ähnelten:

http://www.phoenix.de/content/phoenix/die_sendungen/verschwoerung_gegen_die_republik_%281_2%29/251739?datum=2011-01-26  ; http://www.phoenix.de/content/phoenix/die_sendungen/verschwoerung_gegen_die_republik_%282_2%29/252848?datum=2011-01-26


Schon Moltke warnte davor, daß Viele die das Braune Hemd mit Begeisterung getragen hatten, sich flugs mit Schmackes in das Rote kleiden würden um
a) sich um ein Eingestehen ihrer Schuld zu drücken und
b) wieder flott auf der Seite eines (vermeintlichen) Siegers zu sein.


(Spontan kommt mir dazu ein Zitat von Stephan Krawczyk in den Sinn: "Die Satten verlassen das stinkende Riff..." http://www.ostmusik.de/notdurft.htm)

Totenkopf mit gekreuzten Knochen (oder wahlweise auch Schwertern) findet sich nicht nur auf dem berühmten SS-Photo von Adolf Eichmann - Schon Kaiser Wilhelm II. trug diese Symbole auf seiner Pelzmütze. Sollten sie damit ihr Verständnis von Piratentum zum Ausdruck bringen wollen, darf man jedweden erneuten Gebrauch dieser Symbolik doch nicht unkommentiert lassen. Modernes Korsarentum knüpft in keinem Fall bei diesen Zweien an. Woran sie hatten anknüpfen wollen (und übrigens auch Hitler) war das Wirken Friedrichs des Großen. Daß sie dies nur unter Verkennung, Verkürzung und Verfälschung dieses Wirkens unternehmen konnten, schneide ich an unter "Preußen mit und ohne Legende".

Und eine Vereinigung mit dem Namen "Skull and Bones" (Schädel und Knochen) entpuppte sich als geistige Brutstätte für George W. the muslimfucker, Patron der Folterstätten Bagram, Abu Ghraib und Guantanamo.

http://de.wikipedia.org/wiki/Skull_%26_Bones

http://www.sueddeutsche.de/wissen/serie-geheimbuende-skulls-amp-bones-1.290800

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/9/9643/1.html

http://www.antikrieg.com/aktuell/2010_11_06_guantanamo.htm

http://scusi.twoday.net/stories/6429021/

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29793/1.html

http://www.thenation.com/article/155904/guant%C3%A1namo-exception-or-rule

http://www.thenation.com/article/americas-secret-afghan-prisons?page=0,2

http://www.wort.lu/wort/web/letzebuerg/artikel/2010/11/128431/zur-hoelle-und-zurueck.php

http://www.sueddeutsche.de/politik/chronologie-des-folterskandals-rumsfeld-guantanamo-und-abu-ghraib-1.361176

http://www.ag-friedensforschung.de/regionen/USA/obama18.html

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,650080,00.html

http://www.thehindu.com/opinion/op-ed/article76282.ece 

http://www.rawa.org/temp/runews/2009/06/24/bagram-lesser-known-but-more-evil-twin-of-guantanamo.html 

http://www.forumzfd-akademie.de/node/4784

http://www.politik.de/forum/internationale/104369-exportschlager.html

http://www.truth-out.org/030509T

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/22/22143/1.html

http://www.pacificfreepress.com/news/1/7266-trick-or-treat-whats-obama-hiding-at-bagram.html

http://www.zeit.de/politik/ausland/2010-01/obama-guantanamo

http://en.wikipedia.org/wiki/Bagram_torture_and_prisoner_abuse

http://www.democracynow.org/2006/2/27/worse_than_guantanamo_u_s_expands

http://www.pakspectator.com/pakistani-woman-in-bagram-are-we-an-independent-nation/

http://www.bpb.de/files/8J0SMZ.pdf

https://fareus.wordpress.com/tag/guantanamo/

http://www.globalresearch.ca/index.php?context=va&aid=17262

http://www.wallstreet-online.de/diskussion/1135537-1-10/dokumentation-der-us-folter-in-afghanistan-irak-und-guantanamo

http://www.amazon.de/Mein-Freund-Gefangene-von-Guant%C3%A1namo/dp/tags-on-product/398129324X

http://www.mona-lisa.org/Dabeisein-um-jeden-Preis.htm 

http://www.commondreams.org/headline/2009/01/13-0

http://www.stern.de/politik/ausland/analyse-die-visite-des-zuckerpeitschenmannes-556920.html

http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/014/1701421.pdf

http://www.journal21.ch/terror-im-staatlichen-auftrag

http://www.forumaugsburg.de/

 

 

Damit aber genug von Herrenmenschen, Juden-, Slawen- & Muslimfickern, Bürokrazis und Gewaltrevolutionären. Zurück zu den eher positiven: 


Weit zurückliegend ist das Beispiel des Klaus Störtebeker 1389 bei der Unterstützung der belagerten Stadt Stockholm.

http://www.gothland.biz/shop_content.php?coID=10

Wie Laffite kämpfte er also durchaus einmal für Recht und Freiheit, um danach wieder der Freibeuterei zu verfallen, leider.


Ist es allzu weithergeholt, die Aktionen Bollardières gegen die Folter und für die Freiheit des Larzac vom Militarismus (wie auch schon die Tat Steubens) als ein Korsarentum zu Lande zu betrachten?

Lässt man sich auf diese These ein, bedürfte es kaum noch großer Überredungskunst für die Annahme, ein Rechtsgedanke  an sich könne durchaus einen Kaperbrief "ausstellen" auch gegen die eigene Regierung.



Wer Korsarengeschichte weiter vertiefen möchte:

http://home.arcor.de/thomas_siebe/surcouf.html

http://home.arcor.de/thomas_siebe/quasiwar.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Surcouf

http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Piraterie

http://de.wikipedia.org/wiki/Korsar_(Pirat)

http://de.wikipedia.org/wiki/Jean_Laffite_(Pirat)

Modernes Korsarentum strebt nach Freiheit von jeglichem Unrechtsregime in Verantwortung vor Gott und den Menschen zur Arbeit an Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung, bestrebt mitzuhandeln für jene, denen Mithandeln verwehrt ist.

Der moderne Korsar strebt nach Rechtsstaatlichkeit im Sinne der Bürger- Grund- und Menschenrechte, nicht aber nach blosser Gesetzestreue der Bürokrazis, die nur gerade soviel Recht und Freiheit zu tolerieren geneigt sind, wie ihre "Ruhe und Ordnung" dies zulassen. (Von Bürokrazis wird am Ende des Kapitels "Wahnsinnsidee!" nochmals die Rede sein.)

{An dieser Stelle wird beizeiten noch auf Deutsch der Große Monolog des Juan Miranda über die Revolution nachzureichen sein. Hier vorerst in Englisch:}

Juan Miranda: I know what I am talking about when I am talking about the revolutions. The people who read the books go to the people who can't read the books, the poor people, and say, "We have to have a change." So, the poor people make the change, ah? And then, the people who read the books, they all sit around the big polished tables, and they talk and talk and talk and eat and eat and eat, eh? But what has happened to the poor people? They're dead! That's your revolution. Shhh... So, please, don't tell me about revolutions! And what happens afterwards? The same fucking thing starts all over again!
John(=Sean) H. Mallory: [exhales] Whew. Hmmm.
[throws a book he was reading into the mud: Mikhael A. Bakunin, The Patriotism]

http://www.imdb.com/title/tt0067140/quotes

Der Moderne Korsar sollte sich weder auf Beutepiraterie einlassen noch auf Revolutionismen, sondern sich konsequent in den Widerstand begeben gegen Lügen und Unrecht der Mächte und Gewalten der Welt und dabei danach streben

-> mitzuhandeln für Jene, denen mitzuhandeln versagt blieb

-> nur seinem Gewissen verpflichtet, aber dies

-> in Verantwortung vor Gott und den Menschen.

Moltke und Bollardière haben konsequent danach gehandelt, ohne ein Grundgesetz in den Händen zu halten. Es muss ihnen in ihr Herz geschrieben gewesen sein, und ihr Verstand nahm es als Weisung für den guten Weg. War das bei Khan etwa anders?


Aber wichtiger als die Herleitung könnte mein Motiv sein, Korsar werden zu wollen.


Michael Z nährt meinen Verdacht, warum ich unter Korsaren suche:

"Ich möcht so gerne böse sein,
ich möcht so gerne böse sein,
weil keine Staatsmacht sich aus lauter Liebe irrt.
Und schickt sie dann die Polizei,
wär ich so gerne Weißer Hai,
der frisst und nicht gefressen wird."

http://www.michael-z.de/Presse/presse.html


Dazu auch Robert Long:

"Wenn unser Fernsehabend endet - und wir schlafen gehn
dann sagen wir zu uns selber, ehe wir das Licht ausdrehn: 

Morgen sind wir tolerant, tolerant, tolerant
und finden selbst die größten Idioten interessant.
Wir reichen jedem Arsch die Hand.
Und was uns stört in diesem Land,
das wird ab morgen nicht mehr eine Schweinerei genannt.
Ab morgen sind wir positiv
und nicht mehr so auf dem qui-vive.
Wir rücken nichts mehr gerade,
nein, wir lassen alles schief,
Na, klar!
Fortan glauben wir an Lügen,
weil sie in der Zeitung stehn.
Greifen nichts mehr mit Kritik an,
was geht uns die Politik an.
Haben wir uns nicht schon oft genug
die Finger dran verbrannt
Das wird anders,
Morgen sind wir tolerant."


http://www.schnitzler-aachen.de/Lieder/MorgenSindWirTolerant.html

Die aus solcher Toleranz Profit schlagen, eignen sich nicht gerade mir Gut Freund zu sein. Wahrscheinlicher ist ihre Geschäftspartnerschaft mit Herrenmenschen und Konsorten.


Dazu auch Die Toten Hosen:Pushed again.

http://www.youtube.com/watch?v=aMea885jyPM&NR=1

http://www.youtube.com/watch?v=QZIx-0bt6BI&NR=1


Saul D. Alinsky verdanke ich den Hinweis, daß Toleranz immer gegenüber einer bestimmten Gruppe geübt wird: Gegenüber Jenen, die man nicht mag.

Und Marion Gräfin Dönhoff sprach im Jahre 1995 in einer Feierstunde zu Abiturienten:

"Vielleicht werden Sie fragen, was mir als geistige Einstellung für die Zukunft am wichtigsten erscheint. Ich denke, ihr müßt vor allem versuchen, tolerant zu sein. Gewiß. man könnte eine lange Liste aufstellen, aber wie lang sie auch sein mag, Toleranz muß jedenfalls ganz oben stehen, denn wer wirklich tolerant ist, der wird nicht in Haß verfallen und darum auch nicht versucht sein, Gewalt zu üben. Er wird die Meinung des anderen respektieren, [...] und er wird - und das ist sehr wichtig - keine neuen Feindbilder erfinden, mit denen der Gegner verunglimpft wird." {Ich nehme dies als Ermunterung, meine Beschreibung des Bürokrazitums lieber noch zurückzuhalten zwecks einer Überarbeitung, die die Präzision erhalten, der Verunglimpfung der zum Machtmissbrauch Verführten aber doch besser gar keinen Raum geben soll.} An diese Ansprache erinnerte mich Henry Kissinger und erwähnte ihrer beider Einigkeit in der Sorge über die vielfältigen Bedrohungen der Freiheit in der modernen Gesellschaft: durch ein Wirtschaftsgebaren, das persönliche Raffgier zum Organisationsprinzip erhebt; durch die Gleichsetzung von Freiheit mit Zügellosigkeit; und durch das Abgleiten der Politik in bloße Unterhaltung. {Hier möchte ich den einen oder anderen Bürokrazi als einen Gefährder doch beigefügt wissen.}

Es kommt also darauf an zu konkretisieren, welche Toleranz gemeint ist; ignorant-wurschtiges laissez-faire oder mitmenschliche Nachsicht, die aber prinzipienfest bleibt. (Und bei Libertät, Liberalität und Liberalismusmuss man sich gleichermaßen vor verwaschenem Gebrauch der Begriffe hüten: "Alles Recht und Freiheit allen Bürgern" ist ein ganz anderes Verständnis von liberal als ein "Bahn frei für die Reichen und Mächtigen". Diesen Unterschied zu verschleiern, davon lebt der überwiegende Teil der FDP; Schade um anständige Leute wie Gerhard Baum oder Hildegard Hamm-Brücher, verwunderlich wie sie bei derlei gravierenden Unklarheiten Ruhe bewahren...)


Aber ich will ja dahin lenken, mehr über Modernes Korsarentum nachzudenken als allzuviel nach Vorbildern zu suchen; Moltke und Bollardière sollten eigentlich ausreichen.

Der "Moderne Korsarische Moment" könnte in einer Entscheidung zum Tragen kommen; wenn es nämlich gilt, Risiken für Leute einzugehen, die nicht die eigenen sind, und die Möglichkeiten sich abgesichert auf Kosten Anderer zu bereichern auszuschlagen und von sich zu weisen (und lieber ein Risiko zugunsten Fremder einzugehen). Dass der Moderne Korsar ein Auge darauf hat, dass vom Tisch ein paar kleine Krümel zu seinem Nutzen herabfallen, sei ihm nachzusehen. (Als Märtyrer sein Leben zu verlieren schliesst er zwar nicht aus, würde es aber doch lieber zu vermeiden suchen. Seine Stelle könnte ja von Jemandem eingenommen werden, der weniger einsatzfreudig ist.) Er würde von den erbeuteten Krümelchen in seiner Tasche sogar noch Spenden leisten, wenn sich sonst Niemand zugunsten der Bedürftigen erbarmen sollte. 

Oder vielleicht sollte ich noch

Indiens Antwort auf Robin Hooderwähnen, die Gulabi-Gang

:

http://www.wdr.de/tv/weltweit/sendungsbeitraege/2010/0921/index.jsp

http://www.wdr.de/tv/weltweit/sendungsbeitraege/2010/0921/drehbericht.jsp

http://www.phoenix.de/content/schlagstock_unterm_sari/343289?datum=2010-12-12

Hier schaffen als rechtlos angesehene Unberührbare selbst Rechtsstaatlichkeit. Korsarinnen-zu-Lande? 


What was done to counter the ’rise and rise’ of Adolf Hitler, fascist German leader, in the 1930’s?
What could have been done?

About the author:
Jørgen Johansen is a freelance lecturer in conflict studies, a nonviolent trainer with six books on the subject, and an activist with experience of more than 100 countries in the last 40 years

”What effect could nonviolence have had against Hitler?” This is one of the most frequent questions I get when I lecture on nonviolence. And it is a good one. To answer we need to look at different phases of the conflict and recognise the complexity of a world war. I see no good arguments why the answer should focus solely on the early phase of WWII, when the Nazi army was at its strongest. Neither will I avoid what could have been done, and was done, during those years.

http://www.opendemocracy.net/print/50919


Eine Frage an Modernes Korsarentum:

Ist es möglich Beute zu machen ohne jemanden zu berauben?

Nicht nur Ronja Rövardotter hat diese berechtigte Frage an ihren Vater, den Räuberhauptmann Mattis gerichtet (und Raub als einen Gewaltakt abzulehnen gelernt).

Afghanistan bietet mir eine solche Möglichkeit: Im Land etwas für mich zu gewinnen und das Land durch die Wiederbelebung des Erinnerns sogar zu bereichern.


Gibt es aber keine Beraubten, wo ist da der Raub?


Beraubt fühlen könnte sich Eric Breininger, vorausgesetzt, er würde noch leben.

http://de.wikipedia.org/wiki/Eric_Breininger

Rätselhaft die Wahl seines Kampfnamens: Abdul G(h)affar el-Almani. 

Da er im Paschtunengebiet an der Grenze von Afghanistan zu Pakistan aktiv war, liegt nahe, das seine Wahl sich auf Khan Abdul Ghaffar Khan bezog.

Aber wollte er das Erbe Khans verfälschen, indem er dessen strikte Ablehnung von Gewaltaktionen zu verleugnen suchte?

Oder ist Breininger selber über Khan belogen worden?

Dazu mehr unter: "Reaktion auf Eric B."


Rätselhaft auch die Aussagen von Erös und Steinlein.

Siehe "Deutschland im Infokrieg - 7 Schlachtfelder"

Und was ist hiermit:

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/paul-joseph-watson/fuehrender-regierungs-insider-bin-laden-starb-2-1-die-anschlaege-vom-11-september-waren-eine-f.html

http://www.aldeilis.net/german/index.php?option=com_content&view=article&id=573:quellennachweise-fuer-911-flyer&catid=55:allgemeine-fragestellungen&Itemid=9